Von Blei auf LiFePO4: Batterie für 1.000-, 2.000- und 3.000-W-Wechselrichter auslegen

Wohnmobil mit Dachzelt, tragbaren Solarmodulen und einer Hysincere-Batterie auf einem Campingplatz.
Wechselrichter mit reiner Sinuswelle neben einer Hysincere 12,8-V-100-Ah-LiFePO4-Batterie
Für die Batterieauslegung zählen Entladestrom und nutzbare Energie – nicht allein die Wattangabe des Wechselrichters.

Beim Ersatz einer AGM-, GEL- oder Nassbleibatteriebank durch LiFePO4 reicht es nicht, die bisherige Ah-Angabe zu übernehmen.

Prüfen Sie vor der Auswahl, ob die Batterie den Dauer- und Anlaufstrom des Wechselrichters liefern kann, ohne dass das BMS abschaltet. Prüfen Sie getrennt, ob die nutzbare Energie für die gewünschte Laufzeit reicht.

LiFePO4 bietet bei gleicher Ah-Angabe häufig mehr nutzbare Energie als eine Bleibatterie. Wechselrichter, Ladegerät, Verkabelung und Schutz müssen trotzdem kompatibel sein.

Die folgenden Beispiele behandeln 1.000-W-, 2.000-W- und 3.000-W-Wechselrichter an LiFePO4-Ersatzsystemen mit 12,8 V, 25,6 V und 38,4 V.

Gleichstrom bei drei Spannungen im Überblick

Die Tabelle zeigt den ungefähren Gleichstrom bei voller Dauerlast und einem angenommenen Wechselrichterwirkungsgrad von 90 %. Der erste Wert verwendet die Nennspannung. Der zweite verwendet beispielhaft 10 V, 20 V oder 30 V am unteren Spannungsende.

AC-Dauerlast12,8 V nominal / 10 V niedrig25,6 V nominal / 20 V niedrig38,4 V nominal / 30 V niedrig
1.000 W86,8 A / 111,1 A43,4 A / 55,6 A28,9 A / 37,0 A
2.000 W173,6 A / 222,2 A86,8 A / 111,1 A57,9 A / 74,1 A
3.000 W260,4 A / 333,3 A130,2 A / 166,7 A86,8 A / 111,1 A

Warum zwei Stromwerte? Sinkt die Batteriespannung, steigt bei gleicher Leistung der Strombedarf des Wechselrichters. Eine bei Nennspannung scheinbar passende Batterie kann nahe der Unterspannungsabschaltung ihre BMS-Grenze erreichen.

10 V, 20 V und 30 V sind Rechenbeispiele, keine allgemeinen Einstellwerte. Verwenden Sie für die endgültige Auswahl die tatsächliche Abschaltspannung des Wechselrichters und die Betriebsgrenzen der Batterie.

Beim Bleiakku-Ersatz mit der vorhandenen Systemspannung beginnen

Wählen Sie die Batteriespannung nicht allein nach der Wechselrichterleistung. Klären Sie zuerst, für welche Gleichspannung der vorhandene Wechselrichter ausgelegt ist.

Vorhandenes BleibatteriesystemLiFePO4-SpannungsklasseTypische LiFePO4-SpannungswerteErforderliche Prüfung
12-V-Bank12,8-V-LiFePO412,8 V nominal, Ladung bis etwa 14,6 VEingangsbereich des 12-V-Wechselrichters, Ladegerät und Unterspannungsabschaltung
Zwei 12-V-Batterien in Reihe für 24 V25,6-V-LiFePO425,6 V nominal, Ladung bis etwa 29,2 VEingangsbereich des 24-V-Wechselrichters, Ladegerät und BMS-Strom
Drei 12-V-Batterien in Reihe für 36 V38,4-V-LiFePO438,4 V nominal, Ladung bis etwa 43,8 V36-V-kompatibler Wechselrichter sowie Ladegerät- und Reglergrenzen

Diese Ladespannungen sind Richtwerte. Für die endgültige Auslegung gelten die Grenzen im Datenblatt der gewählten Batterie. Eine 38,4-V-Batterie ersetzt nicht einfach eine 24-V- oder 48-V-Batterie, weil die Spannung ähnlich erscheint.

Bleibt der vorhandene Wechselrichter im Einsatz, muss die Batterie zu seiner Spannungsklasse passen. Wird auch der Wechselrichter ersetzt, lohnt ein Vergleich höherer Spannungen: Bei hoher Leistung können sie Strom, benötigten Kabelquerschnitt und Spannungsabfall verringern.

Die vorhandene Bleibatteriebank erfassen

Notieren Sie vor der Berechnung Bankspannung, Reihen- und Parallelschaltung, Wechselrichtereingangsbereich, Ladeverfahren, maximale Last und Einbaugrenzen. Die alte Ah-Angabe ist eine nützliche Hintergrundinformation, darf den LiFePO4-Ersatz aber nicht allein bestimmen.

Die bisherige Ah-Angabe nicht eins zu eins übernehmen

War die Bleibatteriebank für eine Nutzung von 50 % ihrer Nennkapazität ausgelegt, lässt sich die geplante nutzbare Energie so abschätzen:

Nutzbare Bleiakku-Energie = Bankspannung × Nennkapazität in Ah × 50 %

Für die Ersatzbank gilt:

Nutzbare LiFePO4-Energie = Nennspannung × Nennkapazität in Ah × Nutzbarer Kapazitätsanteil

Die tatsächliche Energie der alten Bank hängt auch von Entladestrom, Temperatur, Alter und Zustand ab. Der Vergleich ist daher eine Planungsgrundlage, keine genaue Messung.

Beispiel: eine 24-V-200-Ah-Bleibatteriebank ersetzen

Vier 12-V-100-Ah-Bleibatterien, jeweils zwei in Reihe und zwei Reihen parallel, bilden eine 24-V-200-Ah-Bank. Sie speichert nominal 4,8 kWh. Bei einer geplanten Nutzung von 50 % sind etwa 2,4 kWh nutzbar.

Eine 25,6-V-100-Ah-LiFePO4-Batterie speichert 2,56 kWh. Bei einem nutzbaren Kapazitätsanteil von 90 % sind das etwa 2,30 kWh. Die nutzbare Energie liegt nahe beieinander, bestätigt aber noch keine Systemkompatibilität.

An einem 2.000-W-Wechselrichter kann der Strom am unteren Ende des Eingangsbereichs über 110 A steigen. Eine Batterie mit 100 A zulässigem Dauerentladestrom wäre für den Betrieb bei voller Leistung zu klein. Wählen Sie erst nach der Prüfung von Laufzeit und Entladestrom.

Entladestrom und nutzbare Energie getrennt berechnen

Prüfung 1: Kann die Batterie den benötigten Strom liefern?

Bei einer konstanten AC-Last lässt sich der Batteriestrom so abschätzen:

DC-Strom (A) = AC-Last (W) ÷ [Batteriespannung (V) × Wechselrichterwirkungsgrad]

Rechnen Sie zunächst mit der Nennspannung und danach mit der niedrigsten Spannung unter Last, bei der der Wechselrichter noch arbeitet. Verwenden Sie diesen zweiten Wert für die Prüfung von BMS, Kabeln und Überstromschutz.

Prüfung 2: Reicht die nutzbare Energie für die gewünschte Laufzeit?

Für Energie und Laufzeit gilt:

Benötigte Batterieenergie (Wh) = Last (W) × Laufzeit (h) ÷ [Wechselrichterwirkungsgrad × Nutzbarer Kapazitätsanteil]

Die folgende Tabelle nimmt 90 % Wechselrichterwirkungsgrad und eine Nutzung von 90 % der LiFePO4-Nennkapazität an. Eine zusätzliche Projektreserve ist noch nicht enthalten.

AC-Dauerlast1 Stunde2 Stunden4 Stunden
1.000 W1,23 kWh2,47 kWh4,94 kWh
2.000 W2,47 kWh4,94 kWh9,88 kWh
3.000 W3,70 kWh7,41 kWh14,81 kWh

Mit Wh oder kWh lassen sich unterschiedliche Systemspannungen vergleichen, ohne Ah zu verwechseln. Nach der Spannungswahl rechnen Sie Energie in Ah um:

Benötigte Kapazität (Ah) = Benötigte Batterieenergie (Wh) ÷ Batterienennspannung (V)

AC-Dauerlast für 2 StundenBenötigte Energie12,8-V-LiFePO425,6-V-LiFePO438,4-V-LiFePO4
1.000 W2,47 kWhEtwa 193 AhEtwa 97 AhEtwa 64 Ah
2.000 W4,94 kWhEtwa 386 AhEtwa 193 AhEtwa 129 Ah
3.000 W7,41 kWhEtwa 579 AhEtwa 289 AhEtwa 193 Ah

Diese Werte sind Ausgangspunkte. Planen Sie zusätzliche Reserve für niedrige Temperaturen, Batteriealterung und unerwartete Laständerungen ein. Prüfen Sie anschließend Dauer- und Anlaufstrom.

Die Laufzeit nach der tatsächlichen Last auslegen

Ein 2.000-W-Wechselrichter verbraucht nicht ständig 2.000 W. Er kann die meiste Zeit eine 300-W-Last versorgen und seine Nennleistung erst erreichen, wenn mehrere Geräte gleichzeitig arbeiten.

Für die Laufzeit addieren Sie die voraussichtlich gleichzeitig betriebenen Verbraucher. Prüfen Sie zusätzlich, ob die Batteriebank den maximalen Dauer- und Spitzenstrom am Wechselrichtereingang liefern kann.

  • Dauerlast: die Leistung der Geräte im normalen Betrieb.
  • Gleichzeitige Last: die Verbraucher, die zusammen eingeschaltet sein können.
  • Anlaufspitze: der kurzzeitige Mehrbedarf eines Kompressors, einer Pumpe, eines Motors oder eines Transformators.
  • Standby-Verbrauch: die Leerlaufaufnahme des Wechselrichters plus dauerhaft eingeschaltete Geräte.

Steht auf einem Gerät VA statt W, prüfen Sie seinen Leistungsfaktor:

Wirkleistung (W) = Scheinleistung (VA) × Leistungsfaktor

VA und W sind nicht automatisch austauschbar. Motoren, Kompressoren und manche Netzteile können einen niedrigeren Leistungsfaktor und zugleich einen hohen Anlaufbedarf haben.

Was sagt das Datenblatt des Wechselrichters?

Dieser Schritt wird leicht übersprungen. Schlagen Sie vor der Batterieauswahl die folgenden Angaben im Wechselrichterhandbuch nach.

WechselrichterangabeBedeutung für die Batteriebank
DC-Nennspannung und EingangsbereichDer gesamte Batteriebetriebsbereich muss innerhalb des zulässigen Wechselrichtereingangsbereichs liegen.
Dauerhafte AusgangsleistungBestimmt die maximale AC-Dauerlast und den entsprechenden DC-Dauerstrom.
Spitzenleistung und DauerWechselrichter und Batteriebank müssen Motoren, Kompressoren und Pumpen starten können, ohne abzuschalten.
W, VA und zulässiger LeistungsfaktorKlärt den Umgang mit Lasten, deren Scheinleistung höher als die Wirkleistung ist.
Wirkungsgrad bei der erwarteten LastBeeinflusst Strom und Laufzeit. Der beworbene Spitzenwirkungsgrad gilt nicht bei jeder Last.
Verbrauch im Leerlauf und Eco-ModusKann die Laufzeit bei kleinen AC-Lasten oder langem Dauerbetrieb merklich verkürzen.
Unterspannungswarnung, Abschaltung und WiederanlaufBestimmt den höchsten Strom gegen Entladeende und die Abstimmung mit dem BMS.
ÜberspannungsabschaltungDie maximale Batterieladespannung muss unter der Überspannungsabschaltung und innerhalb des zulässigen Wechselrichtereingangsbereichs bleiben.
AusgangswellenformFür empfindliche Elektronik und motorische Verbraucher ist eine reine Sinuswelle im Allgemeinen die sicherere Wahl.
Einstellungen des eingebauten LadegerätsEin Wechselrichter-Ladegerät muss ein LiFePO4-kompatibles Spannungsprofil und einen passenden Ladestrom bereitstellen.
Leistungsreduzierung bei Temperatur und HöheIn heißen, geschlossenen oder hoch gelegenen Einbauten kann die zulässige Dauerleistung sinken.

Dauerleistung ist nicht Spitzenleistung

Ein 3.000-W-Wechselrichter kann mit einer 6.000-W-Spitze beworben werden. Das hilft nur, wenn Batterie, BMS, Sammelschienen, Kabel und Verbindungen diese Leistung für die benötigte Dauer liefern können.

Eine Spitzenstromangabe ohne Dauer ist unvollständig. Ein BMS, das einen Strom für 100 Millisekunden erlaubt, ist nicht mit einem BMS gleichzusetzen, das ihn fünf Sekunden erlaubt.

Der Wirkungsgrad ändert sich mit der Last

Bleibt der Wechselrichter den ganzen Tag eingeschaltet, kann sein Leerlaufverbrauch die Laufzeit stärker beeinflussen, als die Angabe des Spitzenwirkungsgrads vermuten lässt.

Die Wellenform beeinflusst das Gerät, nicht die Kapazitätsformel

Eine reine Sinuswelle ist normalerweise die bessere Wahl für Kühlschränke, Pumpen, Audiogeräte, medizinische Geräte und Steuerungssysteme. Die Wellenform ändert die Energieformel nicht, kann aber beeinflussen, wie gut die angeschlossenen Geräte starten und laufen.

Wohnmobil-Wechselrichtersystem mit einer Hysincere 12,8-V-100-Ah-LiFePO4-Batterie
Ein Wohnmobil- oder Notstromsystem muss Betriebsverbraucher, Anlaufspitzen und den Standby-Bedarf des Wechselrichters versorgen.

Warum das BMS eine sonst passende Batterie ausschließen kann

Die Kapazität in Ah beschreibt, wie viel elektrische Ladung die Batterie speichert. Sie sagt nicht, welchen Strom die Batterie liefern darf.

Prüfen Sie im Batteriedatenblatt:

  • maximalen Dauerentladestrom;
  • Spitzenentladestrom und zulässige Dauer;
  • Überstrom-Abschaltschwelle und Verzögerung;
  • Kurzschlussschutz;
  • Unterspannungs- und Temperaturgrenzen;
  • Verhalten bei Wiederanlauf oder Rücksetzung nach einer Schutzabschaltung.

Ein typischer Denkfehler: Eine 2.000-W-Last an 25,6 V zieht bei Nennspannung und 90 % Wirkungsgrad etwa 86,8 A. Eine Batterie mit 100 A zulässigem Dauerstrom wirkt daher ausreichend. Arbeitet der Wechselrichter aber bis 20 V weiter, kann dieselbe Last etwa 111,1 A verlangen.

Die Bank kann genug Energie speichern und trotzdem zu wenig Entladestrom liefern. Das BMS soll bei ungewöhnlichen Zuständen schützen, nicht als regelmäßiger Betriebsschalter dienen.

Wie lange versorgt eine vorhandene Batterie die Last?

Verwenden Sie:

Laufzeit (h) = Batteriespannung × Batterie-Ah × Nutzbarer Kapazitätsanteil × Wechselrichterwirkungsgrad ÷ Last

Für eine 12,8-V-100-Ah-LiFePO4-Batterie an einer konstanten 1.000-W-Last:

Laufzeit = 12,8 × 100 × 0,9 × 0,9 ÷ 1.000 = 1,04 Stunden

Das ist eine Planungsschätzung, keine zugesicherte Laufzeit. Temperatur, Batteriealter, Kabelverluste, Wechselrichterverbrauch und Änderungen der tatsächlichen Last beeinflussen das Ergebnis. Andere Lasten und Batteriegrößen können Sie im LiFePO4-Laufzeitrechner durchrechnen.

Das Ladegerät gehört zur Umrüstung

Bevor Sie ein Bleiladegerät, Wechselrichter-Ladegerät oder einen Solarregler weiterverwenden, prüfen Sie, ob er für die gewählte LiFePO4-Batterie eingestellt werden kann.

  • maximale Ladespannung und maximaler Ladestrom;
  • Absorptionsspannung und Dauer;
  • Erhaltungsladung;
  • Ausgleichsladung;
  • Desulfatierungs- oder Reparaturmodus;
  • Temperaturkompensation;
  • Schutz beim Laden bei niedrigen Temperaturen.

Verwenden Sie Bleiakku-Ausgleichsladung und Desulfatierung nicht für LiFePO4, sofern der Batteriehersteller das Ladeprofil nicht ausdrücklich als geeignet bestätigt. Ein Ladegerät kann zur Spannung passen, ohne zur Batteriechemie zu passen.

Bei Ladung über eine Lichtmaschine kann ein geeignetes DC-DC-Ladegerät nötig sein. Es begrenzt den Strom, stellt das richtige Ladeprofil bereit und schützt die Lichtmaschine.

Welche Batterie passt zur Leistung des Wechselrichters?

1.000-W-Wechselrichter

Ein 1.000-W-Wechselrichter kann an jeder dieser Spannungsklassen arbeiten, wenn sein DC-Eingang für die gewählte Batteriebank ausgelegt ist.

Bei 12,8 V sind unter Volllast etwa 86,8 A bei Nennspannung und über 100 A nahe einem unteren Spannungswert von 10 V nötig. Eine 12,8-V-100-Ah-Batterie lässt sich daher nicht allein anhand ihrer Kapazität freigeben. BMS-Stromgrenze und Wechselrichterabschaltung müssen geprüft werden.

Rein energetisch ergibt eine 12,8-V-100-Ah-Batterie bei konstanten 1.000 W etwa 1,04 Stunden Laufzeit. Diese Schätzung gilt nur, wenn BMS-Strom, Wechselrichterabschaltung und Kabelspannungsabfall den Volllastbetrieb über den geplanten Entladebereich erlauben. Sonst kann das System abschalten, bevor die eingeplante Kapazität genutzt ist.

2.000-W-Wechselrichter

Ein 2.000-W-Wechselrichter verlangt in einem 12-V-System sehr hohe Ströme. Wenn Wechselrichter und übrige Geräte dafür ausgelegt sind, halbiert ein 24-V-System den geschätzten Nennstrom ungefähr.

Bei 25,6 V und 90 % Wirkungsgrad zieht eine 2.000-W-Last etwa 86,8 A. Nahe 20 V können es etwa 111,1 A sein. Für zwei Stunden unter Volllast ergibt die Energieberechnung etwa 193 Ah bei 25,6 V.

Zwei identische 25,6-V-100-Ah-Batterien parallel liefern 5,12 kWh Nennenergie und teilen den Laststrom. Diese Anordnung ist nur zulässig, wenn das Batteriemodell den Parallelbetrieb erlaubt. Sammelschienen, Zweigschutz und Kabel müssen für Dauer- und Spitzenstrom ausgelegt sein.

3.000-W-Wechselrichter

Ein 3.000-W-Wechselrichter kann an 12,8 V etwa 260 A bei Nennspannung und über 330 A nahe 10 V ziehen. Eine 12-V-Installation ist nur mit einer für diese Ströme ausgelegten Batteriebank, einem passenden BMS, geeigneter Verkabelung und Schutz möglich.

Bei 38,4 V zieht dieselbe Volllast etwa 86,8 A nominal und etwa 111,1 A nahe 30 V. Für zwei Stunden unter Volllast ergibt die Energieberechnung etwa 193 Ah bei 38,4 V.

Ist der vorhandene Wechselrichter für 36 V ausgelegt, prüfen Sie zuerst, ob sein vollständiger DC-Eingangsbereich die 38,4-V-LiFePO4-Bank akzeptiert. Vergleichen Sie bei einer Neuinstallation die Kabel- und Schutzanforderungen jeder unterstützten Spannung, bevor Sie den Wechselrichter wählen.

Wie viele Batterien werden benötigt?

Sollen einzelne Batterien in Reihe und parallel verschaltet werden, berechnen Sie die Anordnung in zwei Schritten.

  1. Bestimmen Sie die Anzahl der Batterien pro Reihenstrang, um die DC-Spannung des Wechselrichters zu erreichen.
  2. Bestimmen Sie die Anzahl identischer paralleler Reihenstränge für Energiebedarf, Dauerstrom und Spitzenstrom.

Benötigte Parallelstränge = Höchster Wert aus Energie-, Dauerstrom- und Spitzenstromberechnung

Gesamte Batterieanzahl = Batterien pro Reihenstrang × Benötigte Parallelstränge

Bei einer Batterie mit eigener Nennspannung von 25,6 V oder 38,4 V an der passenden Plattform bildet eine Batterie jeweils einen Strang. Werden 12,8-V-Batterien für eine höhere Bankspannung verwendet, muss die Anzahl in Reihe in die Gesamtmenge eingehen.

Runden Sie jeden Bedarf auf einen ganzen Strang auf. Die errechnete Anzahl ist ein theoretisches Minimum, keine automatische Freigabe. Planen Sie den vom Batteriehersteller geforderten Stromabstand zu den Grenzen ein. Prüfen Sie, ob temperaturbedingte Leistungsreduzierung, minimale Betriebsspannung und ungleichmäßige Stromaufteilung eine Batterie über ihre Dauer- oder Spitzengrenze treiben könnten.

Verwenden Sie dasselbe Batteriemodell mit gleicher Kapazität und gleichem Alter. Bringen Sie die Batterien vor dem Verbinden auf einen ähnlichen Ladezustand, schützen Sie nötigenfalls jeden Parallelzweig und bleiben Sie innerhalb der erlaubten Reihen- und Parallelschaltung. Mischen Sie Blei und LiFePO4 nicht in derselben Bank.

Kabel, Sicherungen und Verbindungen gehören zur Auslegung

Große Wechselrichter ziehen hohe Gleichströme, besonders in 12-V-Systemen. Bei der Kabelauswahl zählen:

  • maximaler Dauer- und Spitzenstrom;
  • einfache Kabellänge und zulässiger Spannungsabfall;
  • Leitermaterial und Temperaturbelastbarkeit der Isolierung;
  • Bündelung, Verlegung und Umgebungstemperatur;
  • Belastbarkeit von Polen, Kabelschuhen, Schaltern und Sammelschienen;
  • geltende Installationsanforderungen.

Wählen Sie Sicherungen und Schutzschalter zum Schutz der Leiter und passend zum System – nicht allein nach der Wechselrichterleistung. Der batterieseitige Überstromschutz gehört nahe an den Plusanschluss. Parallelzweige können einen eigenen Schutz benötigen, bevor sie an der Hauptsammelschiene zusammengeführt werden.

Lange oder zu dünne Kabel verursachen Spannungsabfall. Der Wechselrichter kann dadurch wegen Unterspannung abschalten, obwohl noch nutzbare Batterieenergie vorhanden ist. Bei hohen Strömen sind korrekte Crimpverbindungen, Pol-Anzugsmoment und Verbindungskontrolle genauso wichtig wie die Ah-Berechnung.

Leicht übersehene Prüfpunkte

  • Bisherige Ladezustandsanzeige: Die flachere LiFePO4-Spannungskurve kann eine reine Spannungsanzeige für Bleibatterien irreführen.
  • Nicht freigegebene Reihenschaltung: Nicht jede 12,8-V-Batterie darf zu einer 25,6-V-, 38,4-V- oder 51,2-V-Bank verschaltet werden.
  • Unterschiedliche Batterien: Andere Chemie, Kapazität, Alter oder Ladezustand verhindern eine vorhersehbare Stromaufteilung.

Welche Angaben helfen bei der Batteriewahl?

Für Umrüstung, OEM oder Systemintegration sind diese Angaben hilfreicher als die bloße Frage nach „einer Batterie für einen 2.000-W-Wechselrichter“:

  • Wechselrichtermarke, Modell und Datenblatt;
  • DC-Eingangsbereich, Dauerleistung, Spitzenleistung und Spitzendauer;
  • tatsächliche Verbraucherliste und gewünschte Laufzeit;
  • vorhandene Bleibatterieanordnung und Fotos der Typenschilder;
  • verfügbarer Batterieraum und Polanordnung;
  • Angaben zu Ladegerät, Wechselrichter-Ladegerät, Solarregler und Lichtmaschine;
  • niedrigste Ladetemperatur und erwartete Betriebstemperatur;
  • Anforderungen an Überwachung oder Kommunikation;
  • geplante Menge, Zielmarkt und geforderte Zertifizierungen.

Damit lassen sich Batteriespannung, Kapazität, BMS, Ladegerät und Einbau gemeinsam prüfen.

Letzte Prüfung vor der Bestellung

Eine richtig ausgelegte LiFePO4-Bank muss vier Bedingungen erfüllen:

  • Ihr Betriebsspannungsbereich passt zum Wechselrichter.
  • Ihr BMS unterstützt Dauer- und Anlaufstrom.
  • Sie speichert genug nutzbare Energie für die gewünschte Laufzeit.
  • Ladegerät, Kabel, Schutz und Einbaubedingungen sind kompatibel.

Beim Bleiakku-Ersatz ist die vorhandene Bank ein sinnvoller Ausgangspunkt, aber keine vollständige Spezifikation. Prüfen Sie vor der Bestellung Wechselrichter, Batterie, BMS, Ladequellen, Verbraucher, Kabel und Schutz als gemeinsames System.

Die Batterie für Ihren Wechselrichter auslegen

Senden Sie Wechselrichtermodell, Dauer- und Spitzenlast, Systemspannung, gewünschte Laufzeit, Ladequellen, Temperaturbereich, Einbauzeichnung, Zielmarkt und Menge. Hysincere prüft Spannung, Energie, Strom, BMS und Integration gemeinsam für Ihr Projekt.

Fragen zu Batterien für Wechselrichter

Antworten zur ersten Prüfung von LiFePO4-Spannung, Kapazität, BMS-Strom, Anlaufspitzen und Laufzeit.

Welche LiFePO4-Batterie brauche ich für einen 1.000-W-Wechselrichter?

Prüfen Sie Strom und Energie getrennt. Bei 12,8 V und 90 % Wirkungsgrad zieht eine 1.000-W-Last etwa 86,8 A, bei 25,6 V etwa 43,4 A. Für zwei Stunden bei 90 % Wirkungsgrad und einem geplanten nutzbaren Energieanteil von 90 % ergeben sich etwa 2,47 kWh: 192,9 Ah bei 12,8 V oder 96,5 Ah bei 25,6 V, noch ohne zusätzliche Projektreserve. Prüfen Sie vor der Auswahl auch Strom bei niedriger Spannung, Anlaufspitzen und Modellgrenzen.

Kann eine einzelne 12-V-Batterie einen 2.000-W-Wechselrichter versorgen?

Das hängt von der konkreten Batterie und Last ab. Eine 2.000-W-Last benötigt bei 12,8 V und 90 % Wirkungsgrad etwa 173,6 A, noch ohne Anlaufspitze und Reserve am unteren Spannungsende. Viele einzelne zyklenfeste 12-V-Batterien sind dafür ungeeignet. Prüfen Sie die freigegebenen Dauer- und Spitzenstromdaten oder eine höhere Systemspannung.

Ist eine 24-V-Batterie für einen 2.000-W-Wechselrichter besser?

25,6 V halbieren den geschätzten Nennstrom gegenüber 12,8 V ungefähr: bei 90 % Wirkungsgrad etwa 86,8 A statt 173,6 A. Das kann Kabel und Schutz vereinfachen, bestätigt aber nicht automatisch die Batterieeignung. Rechnen Sie mit der niedrigsten Spannung unter Last erneut und prüfen Sie Anlaufspitzen, Laufzeit, Ladung und die konkreten Modellgrenzen.

Wie viel Batteriekapazität braucht ein 3.000-W-Wechselrichter?

Die Kapazität hängt von der Laufzeit ab. Zwei Stunden mit konstanten 3.000 W benötigen etwa 7,41 kWh Batterienennenergie, wenn Wechselrichterwirkungsgrad und geplanter nutzbarer Energieanteil jeweils mit 90 % angesetzt werden. Bei 51,2 V entspricht das etwa 145 Ah. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Modellfreigabe. Planen Sie Projektreserve ein und prüfen Sie Dauer- und Spitzenstrom getrennt.

Soll das BMS nach der Wechselrichterleistung oder der tatsächlichen Last gewählt werden?

Prüfen Sie beides. Dauer- und Anlauflasten bestimmen den erwarteten Strom. Der Wechselrichter kann aber spätere oder unbeabsichtigte Lasten bis zu einer höheren Leistung zulassen. Lässt sich die Ausgabe nicht begrenzen, müssen Batterie, BMS, Verkabelung und Schutz für den realistisch möglichen Maximalbetrieb geprüft werden, nicht nur für die heutige Durchschnittslast.

Darf ich LiFePO4-Batterien für einen größeren Wechselrichter parallel schalten?

Nur wenn das konkrete Modell die geplante Parallelschaltung erlaubt. Verwenden Sie passende, gleiche Batterien und eine ausgewogene Anschlussführung. Prüfen Sie Einzel- und Bankschutz, Stromaufteilung, Kabel, Sammelschienen, Ladung und Fehlerverhalten. Ein System mit eigener höherer Nennspannung kann praktikabler sein als viele parallele 12-V-Batterien.

Dieser Artikel dient der vorläufigen Projektprüfung. Als Beispiele gekennzeichnete Strom- und Laufzeitwerte beruhen auf den genannten Annahmen und sind keine Modellgarantien. Die endgültige Konfiguration muss den Unterlagen der gewählten Batterie und des Wechselrichters, der Prüfung im eingebauten System und den geltenden örtlichen Anforderungen entsprechen.

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