IEC-Bezeichnungen für Akkus richtig lesen

Techniker kontrolliert eine Rundzelle an einem Labortisch.

IEC-Bezeichnungen helfen dabei, bestimmte Eigenschaften einer wiederaufladbaren Batteriezelle einzuordnen. Je nach Norm und Ausgabe geben Buchstaben und Zahlen Hinweise auf Elektroden, Bauform oder Abmessungen. Für eine Auswahl reichen sie allein nicht: Stromgrenzen, Ladeverfahren, Anschlüsse und die Eignung im Gerät müssen zusätzlich im konkreten Datenblatt geprüft werden.

Die folgende Übersicht erklärt typische Kennzeichnungen für Nickel-Cadmium-, Nickel-Metallhydrid- und Lithium-Sekundärzellen. Dabei sind der Anwendungsbereich und die Ausgabe der jeweiligen Norm wichtig. Eine IEC-Bezeichnung ist keine Zertifizierung und kein Beleg dafür, dass zwei Zellen austauschbar sind.

IEC-Bezeichnungen für NiCd- und NiMH-Zellen

Für geschlossene NiCd-Zellen ist IEC 61951-1 relevant, für geschlossene NiMH-Zellen IEC 61951-2. Die Bezeichnung unterscheidet sich nach Zellform und Normausgabe. Die folgenden Merkmale sollten deshalb nicht als universeller fünfteiliger Code für jeden Akku verstanden werden:

  • 1. Zellchemie und Bauform:
    • KR: Kennzeichnet eine zylindrische NiCd-Zelle im entsprechenden Bezeichnungssystem.
    • HF oder HR: Kennzeichnen prismatische beziehungsweise zylindrische NiMH-Zellen. Für Knopfzellen gibt es andere Kennzeichnungen.
  • 2. Abmessungen: Die Zahlen beschreiben die im jeweiligen System festgelegten Zellmaße. Zylindrische Zellen werden über Durchmesser und Höhe, prismatische Zellen über mehrere Seitenmaße eingeordnet. Rundungsregeln und Anschlüsse sind im Datenblatt zu berücksichtigen.
  • 3. Entladecharakteristik:
    • L: Bezeichnet eine Ausführung für niedrigere Entladeströme innerhalb des jeweiligen Normsystems.
    • M: Ordnet eine mittlere Entladestromklasse ein. Die konkrete Belastbarkeit bleibt produktspezifisch.
    • H: Steht für eine höhere Entladestromklasse. Je nach Chemie und Normausgabe kommen zusätzliche Klassen, etwa J, hinzu.
    • X: Bezeichnet eine besonders stromfähige Ausführung. Die zugehörigen Klassen sind bei NiCd und NiMH nicht identisch und liefern keine universelle sichere C-Rate.
  • 4. Laden bei erhöhter Temperatur: Ein zusätzliches T kann im entsprechenden Bezeichnungssystem auf die Auslegung für kontinuierliches Laden bei erhöhter Temperatur hinweisen. Daraus folgt keine beliebig hohe zulässige Betriebs-, Lade- oder Lagertemperatur.
  • 5. Kontakte und Verbindungselemente:
    • Anschlussart: Pole, Kontaktflächen und Steckverbinder sind anhand der Herstellerzeichnung zu prüfen. Die genannten Normen legen nicht jede Anschlussausführung fest.
    • Lötfahnen: Form, Richtung und Verbindungsmethode sind produktspezifisch. Kürzel wie CF oder HH dürfen ohne Herstellerdefinition nicht als allgemeine IEC-Anschlusscodes ausgelegt werden.
    • Verschaltung: Ein Kürzel allein belegt keine zulässige Reihen- oder Parallelschaltung. HB kann im NiMH-Bezeichnungssystem eine Knopfzelle kennzeichnen und bedeutet nicht pauschal „Fahnen für Parallelschaltung“.

Beispiele für NiMH- und NiCd-Bezeichnungen

HFLF18/07/49: Dieses Beispiel aus IEC 61951-2:2017 beschreibt eine prismatische NiMH-Zelle einer niedrigen Entladestromklasse. Die Zahlen beziehen sich auf Breite, Dicke und Höhe. Ältere Ausgaben verwenden teilweise andere Buchstabenfolgen; maßgeblich sind die passende Normausgabe und die tatsächliche Maßzeichnung.

KRLT33/62: Dieses Beispiel aus IEC 61951-1:2017 beschreibt eine zylindrische NiCd-Zelle einer niedrigen Entladestromklasse mit Kennzeichnung für kontinuierliches Laden bei erhöhter Temperatur. Die Zahlen ordnen Durchmesser und Höhe ein; der Höhenwert ist keine Zusage einer exakt 62 mm hohen Zelle und beschreibt keine Lötfahnen.

Kennzeichnung von Lithium-Sekundärzellen

Die Reihe IEC 61960 behandelt bestimmte wiederaufladbare Lithium-Zellen. IEC 61960-3 betrifft prismatische und zylindrische Lithium-Sekundärzellen für tragbare Anwendungen sowie daraus aufgebaute Batterien. Im Bezeichnungssystem stehen Buchstaben für die Elektroden und Zellform; Zahlen beschreiben Abmessungen oder den Batterieaufbau. Eine starre Regel „drei Buchstaben plus fünf oder sechs Ziffern“ bildet nicht alle vorgesehenen Schreibweisen ab.

  • 1. Erster Buchstabe: negative Elektrode:
    • I: Kennzeichnet im entsprechenden Bezeichnungssystem eine kohlenstoffbasierte negative Elektrode, wie sie bei vielen Lithium-Ionen-Zellen verwendet wird.
    • L: Bezieht sich auf Lithium-Metall oder eine Lithiumlegierung als negative Elektrode. Der Buchstabe allein unterscheidet nicht zuverlässig zwischen Primär- und Sekundärbatterien außerhalb des zugehörigen Normsystems.
  • 2. Zweiter Buchstabe: positive Elektrode:
    • C: Kennzeichnet eine kobaltbasierte positive Elektrode.
    • N: Kennzeichnet eine nickelbasierte positive Elektrode.
    • M: Kennzeichnet eine manganbasierte positive Elektrode.
    • V: Kennzeichnet eine vanadiumbasierte positive Elektrode. Diese Auswahl ist nicht vollständig; weitere Kennzeichnungen hängen vom verwendeten Normsystem ab.
  • 3. Dritter Buchstabe: Zellform:
    • R: Kennzeichnet eine zylindrische Zelle.
    • P: Kennzeichnet eine prismatische Zelle. Ein L an dieser Position ist nicht die entsprechende Kennzeichnung für eine rechteckige Zelle.
  • 4. Zahlen und Abmessungen: Die Maßangaben folgen den Einheiten und Rundungsregeln der jeweiligen Norm. Bei einer Batterie können zusätzlich Angaben zur Zahl seriell oder parallel verbundener Zellen vorkommen. Für den Einbau sind die Herstellerzeichnung, Toleranzen und die tatsächliche Kontaktanordnung zu prüfen.

Kennzeichnung und Nachweise prüfen

Eine Bezeichnung erleichtert die erste Einordnung, ersetzt aber keine technische Freigabe. Nennen Sie Hysincere das Gerät, die gewünschte Spannung, den Energiebedarf, die Strombelastung, den Einbauraum und die geforderten Prüfungen. Für eine konkrete Option sollten Modell, Datenblatt, Prüfbericht und Normausgabe zusammenpassen. Ob ein Nachweis für eine Zelle, einen Akkupack oder das vollständige Gerät gilt, muss vor der Auswahl geklärt werden.

Sprechen wir über Ihr Batterieprojekt

Teilen Sie Hysincere Anwendung, Zell- oder Packmodell, Spannung, Belastung, Einbaumaße und die geforderte Norm mit. Ergänzen Sie die benötigte Normausgabe und Prüfunterlagen, damit passende Optionen geprüft werden können.

Fragen zu IEC-Codes

Beweist eine IEC-Bezeichnung, dass ein Akku zertifiziert ist?

Nein. Eine Bezeichnung kann bestimmte Elektroden, Abmessungen oder Bauformen nach einer passenden Norm beschreiben. Eine behauptete Zertifizierung oder Konformität braucht getrennte, gültige Nachweise für das genaue Modell, die Normausgabe und den geprüften Umfang.

Gilt derselbe IEC-Code für jeden wiederaufladbaren Akku?

Nein. Die passende Norm hängt unter anderem von Chemie, Zellform, Produktebene und Anwendung ab. Auch Ausgaben und Änderungen sind zu berücksichtigen. Prüfen Sie daher zuerst den Geltungsbereich, bevor Sie einen Code in eine Spezifikation übernehmen.

Welche Unterlagen sollten B2B-Einkäufer anfordern?

Fordern Sie das genaue Modelldatenblatt, den passenden Prüfbericht oder Zertifizierungsnachweis sowie Normnummer, Ausgabe und Prüfumfang an. Klären Sie die ausstellende Stelle, den Fertigungsstandort und ob die gelieferte Ausführung der geprüften Konfiguration entspricht. Zellnachweise decken nicht automatisch den vollständigen Akkupack ab.

Diese Übersicht dient der Einordnung von Kennzeichnungen, nicht als Ersatz für eine Norm oder Konformitätsbewertung. Geltungsbereich, Ausgabe, Änderungen und Herstellerkennzeichnungen sind für das konkrete Produkt zu prüfen. Eine IEC-Bezeichnung belegt weder Zertifizierung noch Austauschbarkeit oder eine bestimmte sichere Strombelastung.

Neues von Hysincere

Hysincere-Einladung zur Equip Expo 2026 mit Standnummer 42325 und drei Batterien auf weißen Präsentationssäulen.
Hysincere auf der Equip Expo 2026 – Stand 42325
Hysincere-Messestand auf der Intersolar Europe 2026 mit Batterien und Informationstafeln
Hysincere bei The smarter E Europe 2026: Rückblick auf die Messe
Einladung zur RE+ 2025 in Las Vegas mit Hysincere-Batterien und Standnummer F17435
Hysincere auf der RE+ 2025 in Las Vegas: Einladung

Branchennews