Technische Kennwerte von Lithium-Polymer-Pouchzellen

Techniker bei einer elektrischen Messung an einem Labortisch mit Prüfgeräten.

Bei einer Lithium-Polymer-Pouchzelle bestimmen nicht nur Spannung und Kapazität, ob sie in ein Gerät passt. Prüfen Sie auch Laststrom, Ladeverfahren, Temperaturbereich, Abmessungen und Schutzschaltung. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, ein Datenblatt zu beurteilen und die benötigten Angaben für ein kundenspezifisches Akkupack zusammenzustellen.

Elektrische Kennwerte richtig vergleichen

Die Nennspannung beschreibt die Spannungsklasse der Zelle. Sie ist weder die höchste Spannung nach dem Laden noch die niedrigste zulässige Spannung im Betrieb. Für die Geräteelektronik brauchen Sie den vollständigen Spannungsbereich der ausgewählten Zelle, einschließlich des Spannungsabfalls unter Last.

KennwertWas Sie prüfen sollten
Nennspannung und SpannungsbereichNennwert, Ladeschlussspannung und zulässige Entladegrenze mit den Eingangsgrenzen des Geräts abgleichen.
Kapazität und EnergieKapazität in Ah und Energie in Wh bei den angegebenen Messbedingungen vergleichen. Für die Laufzeit zählen die tatsächliche Last und die nutzbare Energie.
Dauer- und SpitzenstromStromgrenzen, zulässige Pulsdauer und Temperaturbedingungen getrennt prüfen.
Ladestrom und LadeverfahrenLadegerät und Elektronik nach den Vorgaben der konkreten Zelle auslegen.
InnenwiderstandMessverfahren, Ladezustand und Temperatur berücksichtigen. Werte aus unterschiedlichen Prüfverfahren sind nicht unmittelbar vergleichbar.
ZyklenlebensdauerEntladetiefe, Lade- und Entladestrom, Temperatur und Restkapazitätsgrenze mitlesen.

Ein Rechenbeispiel: Eine hypothetische Zelle mit 3,7 V Nennspannung und 1.250 mAh hat etwa 4,625 Wh Nennenergie. Das ist eine Berechnung, keine Spezifikation eines Hysincere-Modells.

Die C-Rate setzt den Strom ins Verhältnis zur Nennkapazität. Bei 1.250 mAh entsprechen 0,2 C rechnerisch 250 mA und 0,5 C 625 mA. Ob diese Ströme zulässig sind, ergibt sich aus dem Zellendatenblatt und der Auslegung von Leitungen, Schutzschaltung und Wärmeabfuhr.

Temperatur und Einbauraum berücksichtigen

Laden, Entladen und Lagerung können unterschiedliche Temperaturgrenzen haben. Eine Entladefreigabe für kalte Bedingungen erlaubt nicht automatisch, die Zelle bei derselben Temperatur zu laden. Klären Sie außerdem, wo die Temperatur erfasst wird und wie das Gerät bei einer Grenzwertüberschreitung reagiert.

Für den Einbau benötigen Sie eine Zeichnung mit maximalen Abmessungen und Toleranzen. Berücksichtigen Sie Anschlüsse, Kabelführung, Befestigung und die vom Zellhersteller vorgesehenen mechanischen Freiräume. Druck durch Gehäuseteile oder scharfe Kanten darf die Pouchfolie nicht beschädigen.

Geben Sie bei einer Anfrage auch Leitungslänge, Anschlussart, Pinbelegung und die verfügbare Bauhöhe an. Eine Angabe zur Isolierung einer Anschlussleitung belegt keine Zertifizierung des vollständigen Akkupacks.

Schutzschaltung und Ladegerät aufeinander abstimmen

Eine Schutzschaltung kann unzulässige Spannungen und Ströme begrenzen. Ihre Abschaltschwellen sind jedoch keine Sollwerte für den normalen Betrieb. Das Ladegerät muss die Ladegrenze der Zelle einhalten, bevor der Überladeschutz eingreifen muss.

Auch die Abschaltung des Geräts und der Tiefentladeschutz müssen zusammenpassen. Legen Sie den normalen Betrieb innerhalb der Zellgrenzen aus und berücksichtigen Sie Spannungseinbrüche unter Last. Eine hohe Überstrom-Abschaltschwelle bedeutet nicht, dass die Zelle diesen Strom dauerhaft liefern darf.

Prüfen Sie den vollständigen Akku im vorgesehenen Gerät: bei Dauerlast, beim Einschalten, während des Ladens und unter den erwarteten Temperaturbedingungen. Eine Schutzplatine allein belegt noch nicht, dass diese Kombination zuverlässig funktioniert.

Pouchzellen für Ihr Gerät auswählen

Schicken Sie Hysincere den verfügbaren Einbauraum, den zulässigen Spannungsbereich des Geräts, den Energiebedarf, Dauer- und Spitzenstrom sowie die Ladebedingungen. Ergänzen Sie Anschlüsse, Temperaturbereich, Zielmarkt und geplante Stückzahl. Damit lassen sich geeignete Zellen und eine passende Schutzschaltung prüfen und eine konkrete Spezifikation für Ihr Akkupack abstimmen.

Pouchzelle für Ihr Gerät auswählen

Nennen Sie uns Einbauraum, Lastprofil, Ladebedingungen und die geplante Stückzahl. Wir prüfen mit Ihnen, welche Zelle und Schutzschaltung zum Projekt passen.

Häufige Fragen zu LiPo-Pouchzellen

Welche Daten sind bei der Auswahl einer LiPo-Pouchzelle entscheidend?

Prüfen Sie neben Nennspannung und Kapazität auch Dauer- und Spitzenstrom, Lade- und Entladetemperatur, Abmessungen, Anschluss und Schutzschaltung. Die zulässigen Werte müssen aus dem Datenblatt der konkreten Zelle stammen.

Was bedeutet eine Entladerate von 0,5 C bei 1.250 mAh?

Rechnerisch entspricht 0,5 C bei 1.250 mAh einem Strom von 625 mA. Ob dieser Strom im Gerät dauerhaft zulässig ist, hängt auch von Leitung, Schutzschaltung und Wärmeabfuhr ab.

Darf eine LiPo-Pouchzelle unter 0 °C geladen werden?

Nur wenn das konkrete Zell- und Akkumodell das Laden bei dieser Temperatur mit dem vorgesehenen Strom ausdrücklich erlaubt. Prüfen Sie die Ladetemperatur getrennt von Entlade- und Lagergrenzen. Eine Freigabe zum Entladen bei Kälte ist keine Ladefreigabe.

Die Angaben dienen als technisches Beispiel und nicht als allgemeingültige Spezifikation für LiPo-Pouchzellen. Zellwerte, Schutzschwellen und zulässige Betriebsbedingungen unterscheiden sich je nach Modell. Für die endgültige Auswahl gelten das Datenblatt der konkreten Zelle, die Anforderungen des Geräts und die Prüfung des Gesamtsystems.

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